
In der aktuellen Juni-Hitzewelle stellen nicht nur die außergewöhnlich hohen Temperaturen ein Problem für die die Stadtbewohner*innen dar, sondern auch die Luftfeuchte bzw. genauer der sogenannte Taupunkt. Der Taupunkt (Taupunkttemperatur) ist die Temperatur, bei der Wasserdampf in der Luft zu kondensieren beginnt, wenn die Luft abgekühlt wird. Bei Erreichen des Taupunkts beträgt die relative Luftfeuchtigkeit 100 %, und es bilden sich Tau, Nebel oder Kondenswasser.
Liegt der Taupunkt relativ hoch, wird das Wetter allgemein als schwül empfunden. Der ursprünglichen Definition des Deutschen Wetterdienstes zufolge liegt die Schwülegrenze bei einem Taupunkt von 16 °C. Landläufig würde man bei diesem Wert und einer Lufttemperatur von 32 °C eine hohe Luftfeuchtigkeit vermuten. Tatsächlich beträgt sie jedoch nur etwa 40 %, da die Fähigkeit der Luft, Wasserdampf aufzunehmen, mit steigender Temperatur nicht linear, sondern exponentiell zunimmt.
Im Zuge des Klimawandels nehmen Hitzeperioden sowohl an Intensität als auch an Dauer zu, zudem erreichen vermehrt tropische Luftmassen Mitteleuropa. Dadurch steigt auch die Häufigkeit schwül-belastender Wetterlagen. In der aktuellen Hitzeperiode wurden in Mannheim wiederholt Taupunkttemperaturen von über 21 °C bei gleichzeitig mehr als 30 °C Lufttemperatur gemessen. Nach nordamerikanischen Definitionen entspricht dies bereits einer starken bis extremen Schwüle, weshalb auch für unsere Breiten differenziertere Warnstufen sinnvoll erscheinen.
Humidex: Wenn Hitze und Feuchte zusammenwirken
Besonders belastend werden hohe Taupunktwerte im Zusammenspiel mit Hitze. Ein hierfür häufig verwendeter Index ist der in Kanada entwickelte Humidex, der Lufttemperatur und Taupunkt kombiniert und anhand einer Komfortskala bewertet:
🟢 Wenig bis gar keine Beschwerden: Humidex 20–29
🟡 Leichte Beschwerden: Humidex 30–39
🟠 Starke Beschwerden, Anstrengung vermeiden: Humidex 40–45
🔴 Gefährlich, Hitzschlag sehr wahrscheinlich: Humidex >45
Betrachtet man die Humidex-Werte unseres Messnetzes im Zeitraum vom 20. bis 29. Juni 2026, zeigen sich die typischen Stadtklimaeffekte deutlich. In der Innenstadt lagen die Werte dauerhaft über 30 und von den Mittagsstunden bis weit in die Nacht hinein meist über dem Grenzwert von 40. Der nahe Untere Luisenpark zeigte sich insbesondere in den Abend- und Nachtstunden deutlich angenehmer. Zwar wurden auch dort tagsüber Werte über 30 und zeitweise über 40 erreicht, ab etwa Mitternacht lag der Humidex jedoch bis Sonnenaufgang wieder im grünen Bereich.
Grünflächen als thermische Entlastungsräume
Ähnliche Verhältnisse zeigen stark durchgrünte Stadtstrukturen wie der neue Stadtteil Franklin oder die großflächigen Stadtwälder. Dort bleibt der Humidex auch tagsüber meist unter 40 und damit in einem vergleichsweise erträglichen Bereich. Zusätzlich tragen die Verschattung durch Bäume sowie Luftbewegung zum thermischen Komfort bei. Zum Höhepunkt der Hitzewelle wurden Humidex-Werte bis 45 und damit die Schwelle zur höchsten Gefahrenstufe erreicht. Komplexere Hitzeindexwerte berücksichtigen auch die Wirkung der direkten Sonne, von Beschattungen, der Wärmeabstrahlung von Oberflächen und des Windes. Dazu in Kürze mehr in einem weiteren Blogbeitrag.
Rekordhitze in Mannheim
Mit einem absoluten Maximum von 40,0 °C an der DWD-Wetterstation wurde in Mannheim zugleich ein neuer Rekordwert in der mehr als 200 Jahre umfassenden Messreihe registriert. Noch heißer war es allerdings in der Innenstadt: An der Stadtklimastation Schlossgartenstraße, die nach Technik und Richtlinie des DWD misst, wurden am Samstagnachmittag bis zu 41,5 °C gemessen. In der Nacht zum Sonntag sank die Temperatur dort nicht unter 28 °C. Mit einem Tagesmittel von 34,2 °C entsprach dies den typischen Julitemperaturen von Las Vegas in Nevada – allerdings ist dort die Luft üblicherweise deutlich trockener und damit die Hitze etwas erträglicher.
Forschung und Klimaszenarien zeigen, dass derartige Hitzeereignisse keine Einzelphänomene sind, sondern künftig häufiger und noch extremer auftreten werden.
In der aktuellen Juni-Hitzewelle stellen nicht nur die außergewöhnlich hohen Temperaturen ein Problem für die die Stadtbewohner*innen dar, sondern auch die Luftfeuchte bzw. genauer der sogenannte Taupunkt. Der Taupunkt (Taupunkttemperatur) ist die Temperatur, bei der Wasserdampf in der Luft zu kondensieren beginnt, wenn die Luft abgekühlt wird. Bei Erreichen des Taupunkts beträgt die relative Luftfeuchtigkeit 100 %, und es bilden sich Tau, Nebel oder Kondenswasser.
Liegt der Taupunkt relativ hoch, wird das Wetter allgemein als schwül empfunden. Der ursprünglichen Definition des Deutschen Wetterdienstes zufolge liegt die Schwülegrenze bei einem Taupunkt von 16 °C. Landläufig würde man bei diesem Wert und einer Lufttemperatur von 32 °C eine hohe Luftfeuchtigkeit vermuten. Tatsächlich beträgt sie jedoch nur etwa 40 %, da die Fähigkeit der Luft, Wasserdampf aufzunehmen, mit steigender Temperatur nicht linear, sondern exponentiell zunimmt.
Im Zuge des Klimawandels nehmen Hitzeperioden sowohl an Intensität als auch an Dauer zu, zudem erreichen vermehrt tropische Luftmassen Mitteleuropa. Dadurch steigt auch die Häufigkeit schwül-belastender Wetterlagen. In der aktuellen Hitzeperiode wurden in Mannheim wiederholt Taupunkttemperaturen von über 21 °C bei gleichzeitig mehr als 30 °C Lufttemperatur gemessen. Nach nordamerikanischen Definitionen entspricht dies bereits einer starken bis extremen Schwüle, weshalb auch für unsere Breiten differenziertere Warnstufen sinnvoll erscheinen.
Humidex: Wenn Hitze und Feuchte zusammenwirken
Besonders belastend werden hohe Taupunktwerte im Zusammenspiel mit Hitze. Ein hierfür häufig verwendeter Index ist der in Kanada entwickelte Humidex, der Lufttemperatur und Taupunkt kombiniert und anhand einer Komfortskala bewertet:
🟢 Wenig bis gar keine Beschwerden: Humidex 20–29
🟡 Leichte Beschwerden: Humidex 30–39
🟠 Starke Beschwerden, Anstrengung vermeiden: Humidex 40–45
🔴 Gefährlich, Hitzschlag sehr wahrscheinlich: Humidex >45
Betrachtet man die Humidex-Werte unseres Messnetzes im Zeitraum vom 20. bis 29. Juni 2026, zeigen sich die typischen Stadtklimaeffekte deutlich. In der Innenstadt lagen die Werte dauerhaft über 30 und von den Mittagsstunden bis weit in die Nacht hinein meist über dem Grenzwert von 40. Der nahe Untere Luisenpark zeigte sich insbesondere in den Abend- und Nachtstunden deutlich angenehmer. Zwar wurden auch dort tagsüber Werte über 30 und zeitweise über 40 erreicht, ab etwa Mitternacht lag der Humidex jedoch bis Sonnenaufgang wieder im grünen Bereich.
Grünflächen als thermische Entlastungsräume
Ähnliche Verhältnisse zeigen stark durchgrünte Stadtstrukturen wie der neue Stadtteil Franklin oder die großflächigen Stadtwälder. Dort bleibt der Humidex auch tagsüber meist unter 40 und damit in einem vergleichsweise erträglichen Bereich. Zusätzlich tragen die Verschattung durch Bäume sowie Luftbewegung zum thermischen Komfort bei. Zum Höhepunkt der Hitzewelle wurden Humidex-Werte bis 45 und damit die Schwelle zur höchsten Gefahrenstufe erreicht. Komplexere Hitzeindexwerte berücksichtigen auch die Wirkung der direkten Sonne, von Beschattungen, der Wärmeabstrahlung von Oberflächen und des Windes. Dazu in Kürze mehr in einem weiteren Blogbeitrag.
Rekordhitze in Mannheim
Mit einem absoluten Maximum von 40,0 °C an der DWD-Wetterstation wurde in Mannheim zugleich ein neuer Rekordwert in der mehr als 200 Jahre umfassenden Messreihe registriert. Noch heißer war es allerdings in der Innenstadt: An der Stadtklimastation Schlossgartenstraße, die nach Technik und Richtlinie des DWD misst, wurden am Samstagnachmittag bis zu 41,5 °C gemessen. In der Nacht zum Sonntag sank die Temperatur dort nicht unter 28 °C. Mit einem Tagesmittel von 34,2 °C entsprach dies den typischen Julitemperaturen von Las Vegas in Nevada – allerdings ist dort die Luft üblicherweise deutlich trockener und damit die Hitze etwas erträglicher.
Forschung und Klimaszenarien zeigen, dass derartige Hitzeereignisse keine Einzelphänomene sind, sondern künftig häufiger und noch extremer auftreten werden.


















































