
Die Hitzewelle Ende Juni hat die Unterschiede zwischen Freilandbereichen und der dicht bebauten Mannheimer Innenstadt deutlich sichtbar gemacht. Auswertungen von rund 130 Messstationen des Mannheimer Stadtklimamessnetzes zeigen, dass insbesondere die Dauer der Hitzebelastung und die fehlende nächtliche Abkühlung in verdichteten Stadtgebieten ein zentrales Problem darstellen.
Für die Analyse wurden Referenzstationen aus dem über 500 Messpunkte umfassenden Messnetz ausgewählt. Sie repräsentieren unterschiedliche Klimaräume von der Innenstadt bis zu Grün- und Freiflächen. Betrachtet wurden insbesondere Tageshöchsttemperaturen, die nächtliche Abkühlung sowie die Überschreitungsandauer der Temperaturschwellenwerte 35 °C, 30 °C und 25 °C. Anhand dieser Grenzwerte lässt sich beurteilen, ob und wie lange eine nächtliche Erholungsphase überhaupt möglich war.
Deutlich mehr Hitzestunden in der Innenstadt
Im Zeitraum vom 19. bis 28. Juni wurde untersucht, wie häufig bestimmte Temperaturschwellen auf Basis von Stundenmittelwerten überschritten wurden. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Freiland und Innenstadt.
Temperaturen über 30 °C wurden im Freiland während ca. 27 Prozent der Messstunden registriert, in der Innenstadt dagegen an bis zu 61 Prozent der Stunden. Auch Werte über 35 °C traten in der Innenstadt mit bis zu 29 Prozent der Messstunden deutlich häufiger auf als im Freiland mit rund 15 Prozent.
Kaum Abkühlung in den Nächten
Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede bei den nächtlichen Temperaturen. Die Schwelle von 25 °C, also einer Temperatur, bei der noch eine gewisse Erholung eintritt, wurde im Freiland in etwa 42 Prozent der Messstunden überschritten, in der Innenstadt dagegen in rund 90 Prozent.
Während der intensivsten Phase der Hitzewelle vom 26. bis 28. Juni verschärfte sich die Situation nochmals: Die Schwelle von 25 °C wurde im Freiland in etwa 70 Prozent der Stunden überschritten. 100 Prozent wurden nicht nur in der Innenstadt, sondern in weiten Teilen der Stadt erreicht. Eine wirksame nächtliche Abkühlung fand in Mannheim somit praktisch nicht mehr statt. Vielmehr dauerte die starke Belastungssituation vor allem in der Innenstadt bis in die zweite Nachthälfte an: So wurde hier der Grenzwert 30 °C im Tagesverlauf während nahezu 80 Prozent der Stunden überschritten und die 35 °C-Schwelle mit etwa 46 Prozent noch fast in der Hälfte der Zeit.
Dies spiegelt sich auch in den Tiefstwerten wider. Während die Temperaturen im Freiland nachts bis auf 21,4 °C absanken, wurden in der Innenstadt während dieses Zeitraums nicht unter 27,0 °C gemessen.
Dauerbelastung statt einzelner Temperaturspitzen
Vom 26. bis 28. Juni lag der mittlere Temperaturwert über alle Messungen im Freiland bei 31,3 °C, in der Innenstadt bei 34,0 °C. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht allein die Höchsttemperaturen entscheidend sind. Besonders belastend ist die über viele Stunden und Nächte anhaltende Wärme in dicht bebauten Stadtbereichen.
Diese fehlende nächtliche Abkühlung ist nicht nur aus stadtklimatischer Sicht relevant. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass anhaltend hohe Nachttemperaturen die nächtliche Erholung des Körpers erschweren können. Fehlen kühlere Nachtstunden über mehrere Tage hinweg, steigt die Belastung für den Organismus, da wichtige Erholungs- und Regenerationsprozesse beeinträchtigt werden. Dies kann unter anderem die Schlafqualität verschlechtern und bestehende gesundheitliche Risiken verstärken.
Spitzenwerte von über 41 °C
Auch bei den höchsten gemessenen Stundenmittelwerten zeigten sich deutliche Unterschiede innerhalb des Stadtgebiets. Die Werte reichten von 38,6 °C an der Station Karlstern/Käfertaler Wald bis zu 41,4 °C an der Station Schlossgartenstraße.
Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede zwischen Freilandbereichen und dicht bebauten Stadtquartieren. Insbesondere die Dauer der Hitzebelastung und die eingeschränkte nächtliche Abkühlung prägen die klimatischen Verhältnisse in der Innenstadt.
Die Ergebnisse liefern damit eine wichtige Grundlage, um stadtklimatische Entwicklungen besser zu verstehen und die Wirkung von Maßnahmen wie Begrünung, Verschattung oder dem Erhalt von Luftaustauschbahnen einzuordnen. Aber nicht nur dies: Das dichte Stadtklimamessnetz trägt zudem dazu bei, Hitzesituationen künftig räumlich und zeitlich genauer zu analysieren und belastbare Prognosen zu erstellen.
Quellen
• WHO: Heat and Health
https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/climate-change-heat-and-health (Beitrag auf Englisch)
Bild: KI-generiert
Die Hitzewelle Ende Juni hat die Unterschiede zwischen Freilandbereichen und der dicht bebauten Mannheimer Innenstadt deutlich sichtbar gemacht. Auswertungen von rund 130 Messstationen des Mannheimer Stadtklimamessnetzes zeigen, dass insbesondere die Dauer der Hitzebelastung und die fehlende nächtliche Abkühlung in verdichteten Stadtgebieten ein zentrales Problem darstellen.
Für die Analyse wurden Referenzstationen aus dem über 500 Messpunkte umfassenden Messnetz ausgewählt. Sie repräsentieren unterschiedliche Klimaräume von der Innenstadt bis zu Grün- und Freiflächen. Betrachtet wurden insbesondere Tageshöchsttemperaturen, die nächtliche Abkühlung sowie die Überschreitungsandauer der Temperaturschwellenwerte 35 °C, 30 °C und 25 °C. Anhand dieser Grenzwerte lässt sich beurteilen, ob und wie lange eine nächtliche Erholungsphase überhaupt möglich war.
Deutlich mehr Hitzestunden in der Innenstadt
Im Zeitraum vom 19. bis 28. Juni wurde untersucht, wie häufig bestimmte Temperaturschwellen auf Basis von Stundenmittelwerten überschritten wurden. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Freiland und Innenstadt.
Temperaturen über 30 °C wurden im Freiland während ca. 27 Prozent der Messstunden registriert, in der Innenstadt dagegen an bis zu 61 Prozent der Stunden. Auch Werte über 35 °C traten in der Innenstadt mit bis zu 29 Prozent der Messstunden deutlich häufiger auf als im Freiland mit rund 15 Prozent.
Kaum Abkühlung in den Nächten
Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede bei den nächtlichen Temperaturen. Die Schwelle von 25 °C, also einer Temperatur, bei der noch eine gewisse Erholung eintritt, wurde im Freiland in etwa 42 Prozent der Messstunden überschritten, in der Innenstadt dagegen in rund 90 Prozent.
Während der intensivsten Phase der Hitzewelle vom 26. bis 28. Juni verschärfte sich die Situation nochmals: Die Schwelle von 25 °C wurde im Freiland in etwa 70 Prozent der Stunden überschritten. 100 Prozent wurden nicht nur in der Innenstadt, sondern in weiten Teilen der Stadt erreicht. Eine wirksame nächtliche Abkühlung fand in Mannheim somit praktisch nicht mehr statt. Vielmehr dauerte die starke Belastungssituation vor allem in der Innenstadt bis in die zweite Nachthälfte an: So wurde hier der Grenzwert 30 °C im Tagesverlauf während nahezu 80 Prozent der Stunden überschritten und die 35 °C-Schwelle mit etwa 46 Prozent noch fast in der Hälfte der Zeit.
Dies spiegelt sich auch in den Tiefstwerten wider. Während die Temperaturen im Freiland nachts bis auf 21,4 °C absanken, wurden in der Innenstadt während dieses Zeitraums nicht unter 27,0 °C gemessen.
Dauerbelastung statt einzelner Temperaturspitzen
Vom 26. bis 28. Juni lag der mittlere Temperaturwert über alle Messungen im Freiland bei 31,3 °C, in der Innenstadt bei 34,0 °C. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht allein die Höchsttemperaturen entscheidend sind. Besonders belastend ist die über viele Stunden und Nächte anhaltende Wärme in dicht bebauten Stadtbereichen.
Diese fehlende nächtliche Abkühlung ist nicht nur aus stadtklimatischer Sicht relevant. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass anhaltend hohe Nachttemperaturen die nächtliche Erholung des Körpers erschweren können. Fehlen kühlere Nachtstunden über mehrere Tage hinweg, steigt die Belastung für den Organismus, da wichtige Erholungs- und Regenerationsprozesse beeinträchtigt werden. Dies kann unter anderem die Schlafqualität verschlechtern und bestehende gesundheitliche Risiken verstärken.
Spitzenwerte von über 41 °C
Auch bei den höchsten gemessenen Stundenmittelwerten zeigten sich deutliche Unterschiede innerhalb des Stadtgebiets. Die Werte reichten von 38,6 °C an der Station Karlstern/Käfertaler Wald bis zu 41,4 °C an der Station Schlossgartenstraße.
Die Auswertung zeigt deutliche Unterschiede zwischen Freilandbereichen und dicht bebauten Stadtquartieren. Insbesondere die Dauer der Hitzebelastung und die eingeschränkte nächtliche Abkühlung prägen die klimatischen Verhältnisse in der Innenstadt.
Die Ergebnisse liefern damit eine wichtige Grundlage, um stadtklimatische Entwicklungen besser zu verstehen und die Wirkung von Maßnahmen wie Begrünung, Verschattung oder dem Erhalt von Luftaustauschbahnen einzuordnen. Aber nicht nur dies: Das dichte Stadtklimamessnetz trägt zudem dazu bei, Hitzesituationen künftig räumlich und zeitlich genauer zu analysieren und belastbare Prognosen zu erstellen.
Quellen
• WHO: Heat and Health
https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/climate-change-heat-and-health (Beitrag auf Englisch)
Bild: KI-generiert




















































