
Wie müssen Innenraumklimadaten aufbereitet und visualisiert werden, damit sie Menschen zu einem klimafreundlicheren Heizverhalten anregen? Dieser Frage widmete sich das Forschungsprojekt „Innenraumklima in Mannheim“ – eine Kooperation der Universität Hamburg mit der Smart City Mannheim.
Erhebung in 115 Haushalten
Zwischen Januar und April 2024 wurden 115 Mannheimer Haushalte mit kompakten Sensoren ausgestattet, die alle 15 Minuten Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfassten. Ziel war es, herauszufinden, wie die Darstellung dieser Echtzeitdaten das Heizverhalten beeinflussen kann.
Drei unterschiedliche Dashboard-Varianten
Die Haushalte erhielten nach einer Startbefragung per Zufallsprinzip Zugang zu einem von drei personalisierten Dashboard-Varianten, jeweils mit Daten der vergangenen sieben Tage:
- Variante 1: Anzeige der eigenen Klimadaten sowie Tipps zum energiesparenden Heizen und Lüften.
- Variante 2: Zusätzlich Vergleich mit Durchschnittswerten aller teilnehmenden Haushalte.
- Variante 3: Zusätzlich Einordnung der eigenen Werte anhand der Empfehlungen des Umweltbundesamts für ein behagliches Raumklima.
Ergebnisse
- Einfluss der Datenaufbereitung auf das Einsparverhalten
Der größte Unterschied zeigte sich zwischen jenen Teilnehmenden, die sowohl eigene Klimadaten als auch Durchschnittswerte erhielten, und solchen, deren Dashboard zusätzlich Empfehlungen für ein behagliches Raumklima enthielt. Der durchschnittliche Temperaturunterschied zwischen diesen Gruppen betrug 0,52 °C. Obwohl dieser Unterschied gering erscheint, kann er spürbare Auswirkungen auf die Heizkosten haben. Laut der Faustregel „1 °C weniger entspricht etwa 6 % Energieeinsparung“ ergibt sich daraus ein Einsparpotenzial von rund 3 %.
- Vergleich mit anderen Haushalten
Im Vergleich zur bloßen Abbildung der eigenen Klimadaten förderte der Abgleich mit Durchschnittswerten aller Haushalte ein sparsameres Heizverhalten. Der Temperaturanstieg während der Dashboard-Nutzung war 0,18°C niedriger als bei Nutzer*innen, die nur ihre eigenen Werte sahen. Der generelle Anstieg über den Projektverlauf ist auf ansteigende Außentemperaturen zurückzuführen.
- Einfluss von Behaglichkeitsempfehlungen
Zusätzliche Empfehlungen zu einem „behaglichen Raumklima“ verringerten die Energieeinsparung. Hier lag der Temperaturanstieg um 0,34 °C höher als bei Teilnehmenden, die lediglich ihre eigenen Werte einsehen konnte
Verhaltensänderung durch digitales Nudging
Das Projekt setzte dabei auf digitales Nudging – kleine, gezielte Anstöße zur Verhaltensänderung. Dabei wirkten insbesondere soziale Normen (durch Vergleichsdaten) und implizites Feedback (z. B. Smileys) als sanfte, aber effektive Mittel, um klimaschonendes Verhalten zu fördern – ganz ohne Zwang oder finanzielle Anreize.
Das Forschungsprojekt stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmenden. Die Rückmeldungen fielen überwiegend positiv aus. Viele sprachen sich dafür aus, auch künftig an ähnlichen Studien teilzunehmen, und begrüßten digitale Beteiligungsformate im Kontext einer nachhaltigen Stadtentwicklung.
Bilder von oben nach unten: Allgemeines Bild zum Themenbeitrag, Dashboard Variante 1, Variante 2 und Variante 3
Hier geht es zum Bericht (PDF)



Wie müssen Innenraumklimadaten aufbereitet und visualisiert werden, damit sie Menschen zu einem klimafreundlicheren Heizverhalten anregen? Dieser Frage widmete sich das Forschungsprojekt „Innenraumklima in Mannheim“ – eine Kooperation der Universität Hamburg mit der Smart City Mannheim.
Erhebung in 115 Haushalten
Zwischen Januar und April 2024 wurden 115 Mannheimer Haushalte mit kompakten Sensoren ausgestattet, die alle 15 Minuten Temperatur und Luftfeuchtigkeit erfassten. Ziel war es, herauszufinden, wie die Darstellung dieser Echtzeitdaten das Heizverhalten beeinflussen kann.
Drei unterschiedliche Dashboard-Varianten
Die Haushalte erhielten nach einer Startbefragung per Zufallsprinzip Zugang zu einem von drei personalisierten Dashboard-Varianten, jeweils mit Daten der vergangenen sieben Tage:
- Variante 1: Anzeige der eigenen Klimadaten sowie Tipps zum energiesparenden Heizen und Lüften.
- Variante 2: Zusätzlich Vergleich mit Durchschnittswerten aller teilnehmenden Haushalte.
- Variante 3: Zusätzlich Einordnung der eigenen Werte anhand der Empfehlungen des Umweltbundesamts für ein behagliches Raumklima.
Ergebnisse
- Einfluss der Datenaufbereitung auf das Einsparverhalten
Der größte Unterschied zeigte sich zwischen jenen Teilnehmenden, die sowohl eigene Klimadaten als auch Durchschnittswerte erhielten, und solchen, deren Dashboard zusätzlich Empfehlungen für ein behagliches Raumklima enthielt. Der durchschnittliche Temperaturunterschied zwischen diesen Gruppen betrug 0,52 °C. Obwohl dieser Unterschied gering erscheint, kann er spürbare Auswirkungen auf die Heizkosten haben. Laut der Faustregel „1 °C weniger entspricht etwa 6 % Energieeinsparung“ ergibt sich daraus ein Einsparpotenzial von rund 3 %.
- Vergleich mit anderen Haushalten
Im Vergleich zur bloßen Abbildung der eigenen Klimadaten förderte der Abgleich mit Durchschnittswerten aller Haushalte ein sparsameres Heizverhalten. Der Temperaturanstieg während der Dashboard-Nutzung war 0,18°C niedriger als bei Nutzer*innen, die nur ihre eigenen Werte sahen. Der generelle Anstieg über den Projektverlauf ist auf ansteigende Außentemperaturen zurückzuführen.
- Einfluss von Behaglichkeitsempfehlungen
Zusätzliche Empfehlungen zu einem „behaglichen Raumklima“ verringerten die Energieeinsparung. Hier lag der Temperaturanstieg um 0,34 °C höher als bei Teilnehmenden, die lediglich ihre eigenen Werte einsehen konnte
Verhaltensänderung durch digitales Nudging
Das Projekt setzte dabei auf digitales Nudging – kleine, gezielte Anstöße zur Verhaltensänderung. Dabei wirkten insbesondere soziale Normen (durch Vergleichsdaten) und implizites Feedback (z. B. Smileys) als sanfte, aber effektive Mittel, um klimaschonendes Verhalten zu fördern – ganz ohne Zwang oder finanzielle Anreize.
Das Forschungsprojekt stieß auf großes Interesse bei den Teilnehmenden. Die Rückmeldungen fielen überwiegend positiv aus. Viele sprachen sich dafür aus, auch künftig an ähnlichen Studien teilzunehmen, und begrüßten digitale Beteiligungsformate im Kontext einer nachhaltigen Stadtentwicklung.
Bilder von oben nach unten: Allgemeines Bild zum Themenbeitrag, Dashboard Variante 1, Variante 2 und Variante 3
Hier geht es zum Bericht (PDF)





































