
Wer in Mannheim aufmerksam durch die Stadt geht, kann sie entdecken: 14×14 cm große, grüne Aufkleber auf Augenhöhe, meist an Straßenbeleuchtungsmasten. Ein kleiner Hinweis auf etwas viel Größeres. Denn wer den Blick hebt, entdeckt in drei bis vier Metern Höhe Klimasensoren – in der Regel bestehend aus einem Windgeber zur Erfassung von Windgeschwindigkeit und -richtung sowie einer Strahlungsschutzhütte, die Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit misst. Über den QR-Code auf dem Aufkleber gelangt man zu einer Karte mit allen Klimamessstationen. Bei Auswahl einer Station werden die entsprechenden Klimadaten dieser Station angezeigt.
Kaum wahrgenommen, plötzlich allgegenwärtig
Über 400 dieser Klimamessstationen sind inzwischen im gesamten Stadtgebiet installiert, weitere folgen. Standardmäßig kommen zwei Sensoren zum Einsatz, an einigen Standorten ergänzt durch einen Oberflächentemperatursensor. Alle zehn Minuten senden sie ihre Messwerte über den IoT-Funkstandard LoRaWAN an die Smart City Mannheim Datenplattform. So entsteht in Echtzeit ein hochaufgelöstes Bild des städtischen Klimas – präzise, flächendeckend und kontinuierlich aktualisiert.
Aufbau eines Klimamessnetzes
Ziel dieser umfassenden Datenerhebung ist der Aufbau eines leistungsfähigen, stadtweiten Klimamessnetzes. Es ermöglicht, das Mikroklima Mannheims bis ins Detail zu analysieren und Entwicklungen punktgenau nachzuvollziehen – etwa, wie stark einzelne Quartiere von Hitze betroffen sind oder wo kühlende Effekte entstehen. Auf dieser Grundlage lassen sich Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung gezielt planen, ihre Wirksamkeit überprüfen und bei Bedarf anpassen oder neu ausrichten. Damit wird Klimaschutz von einer abstrakten Zielsetzung zu einem datenbasierten, steuerbaren Prozess.
Herausforderung im Umgang mit dem Klimawandel
Die Notwendigkeit dafür ist offensichtlich. Mannheim steht – wie viele Großstädte – vor großen Herausforderungen im Umgang mit dem Klimawandel. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Jahresdurchschnittstemperaturen gestiegen, die Winterniederschläge haben zugenommen, während die Sommer tendenziell trockener wurden. Gleichzeitig häufen sich Extremwetterereignisse wie Starkregen und langanhaltende Hitzeperioden. Versiegelte Flächen und dichte Bebauung verstärken diese Effekte und machen die Stadt besonders anfällig für Überhitzung und urbane Hitzeinseln.
Entwicklung eines Mikroklimamodells
Auf Basis von perspektivisch über 500 Messpunkten entsteht in Mannheim ein hochaufgelöstes Mikroklimamodell, das die komplexe Stadtstruktur mit 5-x-5-Meter-Auflösung in Echtzeit abbildet. Durch die Verknüpfung von KI-Simulationen mit aktuellen 10-Minuten-Daten des städtischen Klimanetzes und den Informationen des Deutschen Wetterdienstes entstehen präzise räumliche und zeitliche Klimaabbilder.
Das Modell liefert belastbare Prognosen für einzelne Straßenzüge ebenso wie für ganze Stadtteile und wird damit zu einem zentralen Werkzeug der Stadtplanung: Wie verändern Neubauten Frischluftschneisen, welche Wirkung haben begrünte Dächer oder klimatisch optimierte Gleisflächen, und wo entstehen neue Hitze-Hotspots? Zudem bildet es die Basis für weiterentwickelte Warn- und Informationssysteme, etwa präzisere Hitzewarnungen für besonders belastete Orte – und trägt so direkt zu mehr Lebensqualität, Gesundheit und urbaner Resilienz bei.
Weiterführende Links:
Welcher Sensor ist das?
Übersicht aller Klimamessstationen
Mikroklimamodell Mannheim

Wer in Mannheim aufmerksam durch die Stadt geht, kann sie entdecken: 14x14 cm große, grüne Aufkleber auf Augenhöhe, meist an Straßenbeleuchtungsmasten. Ein kleiner Hinweis auf etwas viel Größeres. Denn wer den Blick hebt, entdeckt in drei bis vier Metern Höhe Klimasensoren – in der Regel bestehend aus einem Windgeber zur Erfassung von Windgeschwindigkeit und -richtung sowie einer Strahlungsschutzhütte, die Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit misst. Über den QR-Code auf dem Aufkleber gelangt man zu einer Karte mit allen Klimamessstationen. Bei Auswahl einer Station werden die entsprechenden Klimadaten dieser Station angezeigt.
Kaum wahrgenommen, plötzlich allgegenwärtig
Über 400 dieser Klimamessstationen sind inzwischen im gesamten Stadtgebiet installiert, weitere folgen. Standardmäßig kommen zwei Sensoren zum Einsatz, an einigen Standorten ergänzt durch einen Oberflächentemperatursensor. Alle zehn Minuten senden sie ihre Messwerte über den IoT-Funkstandard LoRaWAN an die Smart City Mannheim Datenplattform. So entsteht in Echtzeit ein hochaufgelöstes Bild des städtischen Klimas – präzise, flächendeckend und kontinuierlich aktualisiert.
Aufbau eines Klimamessnetzes
Ziel dieser umfassenden Datenerhebung ist der Aufbau eines leistungsfähigen, stadtweiten Klimamessnetzes. Es ermöglicht, das Mikroklima Mannheims bis ins Detail zu analysieren und Entwicklungen punktgenau nachzuvollziehen – etwa, wie stark einzelne Quartiere von Hitze betroffen sind oder wo kühlende Effekte entstehen. Auf dieser Grundlage lassen sich Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung gezielt planen, ihre Wirksamkeit überprüfen und bei Bedarf anpassen oder neu ausrichten. Damit wird Klimaschutz von einer abstrakten Zielsetzung zu einem datenbasierten, steuerbaren Prozess.
Herausforderung im Umgang mit dem Klimawandel
Die Notwendigkeit dafür ist offensichtlich. Mannheim steht – wie viele Großstädte – vor großen Herausforderungen im Umgang mit dem Klimawandel. In den vergangenen Jahrzehnten sind die Jahresdurchschnittstemperaturen gestiegen, die Winterniederschläge haben zugenommen, während die Sommer tendenziell trockener wurden. Gleichzeitig häufen sich Extremwetterereignisse wie Starkregen und langanhaltende Hitzeperioden. Versiegelte Flächen und dichte Bebauung verstärken diese Effekte und machen die Stadt besonders anfällig für Überhitzung und urbane Hitzeinseln.
Entwicklung eines Mikroklimamodells
Auf Basis von perspektivisch über 500 Messpunkten entsteht in Mannheim ein hochaufgelöstes Mikroklimamodell, das die komplexe Stadtstruktur mit 5-x-5-Meter-Auflösung in Echtzeit abbildet. Durch die Verknüpfung von KI-Simulationen mit aktuellen 10-Minuten-Daten des städtischen Klimanetzes und den Informationen des Deutschen Wetterdienstes entstehen präzise räumliche und zeitliche Klimaabbilder.
Das Modell liefert belastbare Prognosen für einzelne Straßenzüge ebenso wie für ganze Stadtteile und wird damit zu einem zentralen Werkzeug der Stadtplanung: Wie verändern Neubauten Frischluftschneisen, welche Wirkung haben begrünte Dächer oder klimatisch optimierte Gleisflächen, und wo entstehen neue Hitze-Hotspots? Zudem bildet es die Basis für weiterentwickelte Warn- und Informationssysteme, etwa präzisere Hitzewarnungen für besonders belastete Orte – und trägt so direkt zu mehr Lebensqualität, Gesundheit und urbaner Resilienz bei.
Weiterführende Links:
Welcher Sensor ist das?
Übersicht aller Klimamessstationen
Mikroklimamodell Mannheim



































